Keine Angst vor Wohnungsbau!

Natürlich hat der bisherige Erfolg unserer Stadt auch eine Kehrseite: Steigende Wohn-Kosten. Aber es bringt nichts, diese weltweit normale Folge zu bejammern, mit wachstumsfeindlichen Parolen Ängste zu schüren oder durch marktverzerrende Eingriffe in das Privateigentum zu verschlimmern. Mietpreisbremse, Milieu-Schutz durch Sanierungsverbot und Erhaltungssatzungen zur Verhinderung von Wohnungseigentum schaffen keinen einzigen Quadratmeter mehr Wohnraum! Durch Umwandlungsverbote, also Eingriffe in das Eigentum, die verhindern, dass Mietwohnungen zu Eigentumswohnungen werden, verhindert man die Bildung von Wohnungseigentum in Hand der Bürger. Aber was schützt mehr vor steigenden Mieten, als die eigenen vier Wände? Gerade jetzt in Zeiten des Niedrig-Zinses wird der arbeitenden Mittelschicht diese Chance genommen. Diese SPD-Allheilmittel bedeuten letztlich nur Milieu-Politik für diejenigen, die bereits eine Wohnung haben. Sie manifestieren Besitzverhältnisse und verhindern eine gesunde Fluktuation am freien Wohnungsmarkt. Wohnungen werden bald wieder nur noch „unter der Hand“ gehandelt. Für Wohnungssuchende ohne Beziehungen aber verschlimmern sie die Lage. Und Wohnungssuchende sind nicht nur Neubürger, die mit ihrer Arbeit zum Wohlstand Münchens beitragen, es sind auch die erwachsen werdenden Kinder, die aus dem Münchner Elternhaus ausziehen, auch Münchner, die Nachwuchs bekommen und auch die sich trennende Paare, die wegen der gemeinsamen Kinder so nah wie möglich bei einander wohnen wollen. All denjenigen ist nur geholfen, wenn ausreichend Wohnungen am frei verfügbaren Markt gebaut werden. Natürlich bedeutet dies, dass wir in München alle etwas näher zusammenrücken müssen. Die Gärten werden etwas kleiner, die Bebauung etwas dichter und auch Hochhäuser gehören zum normalen Stadtbild. München wächst seit langem und hat schon immer sein Gesicht geändert, so wie jede erfolgreiche Stadt dies tut. Nur da, wo Stillstand herrscht, es keine Arbeit gibt und die jungen Leute wegziehen, da bleibt jeder Stein wo er ist und kommt kein neuer hinzu. Städte im Osten und auch einst blühende Städte im Westen können ein Lied davon singen. Es ist daher unaufrichtig, wenn der CSU OB-Kandidat mehr Wohnungen fordert, aber gleichzeitig die CSU-Stadträte im Münchner Süden, den Münchnern versprechen, dass in ihrem Viertel nicht verdichtet wird.

Mit Ängsten und Beschränkungen baut man keine Stadt! Wohnungsbau, auch durch Verdichtung, schafft Wohnraum für Bürger. München ändert jeden Tag sein Gesicht. Wir sollten diesen Ausdruck von Wohlstand begrüßen. Und durch die Einführung eines kommunalen Wohngeldes als Zuschuss zur Miete für bedürftige Menschen, kann denen, die am Wohnungsmarkt alleine nicht zurechtkommen, zielgenau in ihrem Viertel geholfen werden.